WIKINGER – WIKI Next Generation Enhanced Repository
Überblick
Die Generierung und der Austausch von wissenschaftlichen Arbeiten innerhalb größerer Forschungscommunities werden schwerpunktmäßig durch die klassischen Kanäle der Wissenschaft - Konferenzen, Veröffentlichungen und bilaterale Kommunikation - geprägt. Austausch über E-Mail oder Mailinglisten und der Zugriff auf zentrale Webserver ergänzen diese Kommunikation nachhaltig, aber lassen viele Möglichkeiten für vernetztes Wissensmanagement bisher ungenutzt. Das Potential des World Wide Web und insbesondere die Weiterentwicklung zum Semantic Web sind für e-Science-Anwendungen erheblich. WIKINGER ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, bei dem Informatiker, Ingenieurs- und Geschichtswissenschaftler kooperativ zusammenwirken, um Fragen, Methoden und Verfahren internetbasierter Wissensgenerierung und -organisation neu zu entwickeln bzw. weiter zu entfalten.Ziel
Ziel des Projekts WIKINGER ist es, eine domänen-neutrale Plattform zu schaffen, die es Wissenschaftlern ermöglicht, effizient und ortsunabhängig in Wissensbasen ihres jeweiligen Fachgebiets zu recherchieren und kollaborativ über das Internet neues Wissen zu generieren. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der Unterstützung der Wissenschaftler bei der Vernetzung neu geschaffener Beiträge mit bereits geschaffenem Wissen. Als exemplarischer Forschungsbereich wurde die Geschichte des Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert gewählt, um die Verfahren auf einer begrenzten Domäne erproben zu können. Nach einer erfolgreichen Entwicklung kann das System auf andere Forschungsgebiete sowohl im geisteswissenschaftlichen, als auch im naturwissenschaftlichen Bereich übertragen werden.Technik
Zur Erreichung des Projektziels werden Verfahren zur automatischen Eigennamenerkennung und zur semi-automatischen Erstellung von Semantischen Netzen weiterentwickelt. In einem ersten Verarbeitungsschritt werden Eigennamen (Personen-, Zeit-, Ortsangaben und ggf. Namen historischer Ereignisse) aus einer umfangreichen Datenkollektion extrahiert, die anschließend in einem zweiten Schritt computer-unterstützt zu einem semantischen Netz verknüpft werden.
Bei der Generierung des Netzes werden Techniken des Semantic Web eingesetzt, um eine einfache Verbreitung und Nachnutzung des gesammelten Wissens über das Internet der Zukunft zu ermöglichen.
Die Präsentation und die kollaborative Weiterverarbeitung der extrahierten und vernetzen Daten erfolgt über ein Wiki-System, das von allen autorisierten Nutzern des Wissenschaftsbereichs genutzt werden kann.Anwendungen
Semi-automatische Erschließung digital vorliegender Datenbestände, Schaffung von WissensbasenProjektpartner
Fraunhofer-Institut für Intelligent Analyse- und Informationssysteme (IAIS)Computerlinguistik, Fakultät für Ingenieurswissenschaften, Universität Duisburg-Essen (CL_DUE)
Kommission für Zeitgeschichte (KfZG)
Förderer
BMBFLaufzeit
2005 - 2008Ansprechpartner
Dipl.-Inform. Lars Bröcker für das Fraunhofer IAISKeywords
E-Science, Semantic Web, Semantisches WikiWeiterführendes
- Eine ausführliche Darstellung des Wikinger Projekts [PDF]
- Ausgabe 66 der ERCIM-News enthält einen Artikel über das Projekt (auf englisch).
- Das Online-Wissenschaftsmagazin Sciencegarden hat einen Beitrag über das Projekt verfasst.
- Auf der German E-Science Conference 2007 in Baden-Baden wurde das Projekt als Teil des Tracks Knowledge Networking vorgestellt. [PDF]
- Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) bringt eine kurze Darstellung des Projekts in ihrer Mitgliederzeitschrift: Informationen, 25. Jg., Nr. II/2008, S. 11-12 (Das katholische Deutschland seit 1800. Ein Biografisch-Bibliographisches Online-Lexikon).
- Ausgabe 72 der ERCIM-News enthält einen Artikel über das Projekt, zentriert auf die erreichten Zwischenergebnisse nach 2 Jahren Laufzeit (auf englisch).
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